Lesung im Rahmen des Leselust-Festivals

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veröffentlicht am 28. September 2026

„Unser Schmerz ist unsere Kraft“ - Lesung in der Studiobühne 

Am 28. September 2026 fand in der Studiobühne im Rahmen des Leselust Festivals eine beeindruckende Lesung statt: Vorgestellt wurde das Sachbuch „Unser Schmerz ist unsere Kraft – Neonazis haben unsere Väter ermordet“ von Semiya Şimşek, Gamze Kubaşık und Christine Werner. 
Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern einen bewegenden Einblick in die persönlichen Geschichten hinter den Schlagzeilen. Zu Gast waren zwei der Autorinnen, Gamze Kubaşık und Christine Werner.
Sie lasen Auszüge aus ihrem Buch, das für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 im Bereich Sachbuch nominiert ist, und berichteten eindrücklich von den Taten des rechtsextremen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) sowie von den Folgen für die Familien der Opfer. Besonders berührend war die Perspektive der Angehörigen: Der furchtbare Verlust von Mehmet Kubaşık und Enver Şimşek, der jahrelange Kampf um Aufklärung, die Belastung durch Verdächtigungen, das Desinteresse der Öffentlichkeit und das Ringen um Anerkennung und Gerechtigkeit standen im Zentrum der Lesung. 
Die Autorinnen gaben außerdem Einblick in den langen Einsatz der Familien für Gerechtigkeit und in die strukturellen Schwierigkeiten, denen sie begegneten
Für die Schülerinnen und Schüler war die Lesung mehr als ein informativer Vortrag: Sie ermöglichte es den Zuhörenden, den „NSU Komplex“ nicht nur anhand von Daten zu verstehen, sondern die menschlichen Schicksale dahinter nachzuempfinden. Die Schülerinnen und Schüler wurden zuvor im Unterricht auf die Veranstaltung vorbereitet und konnten so mit Vorwissen an die Lesung herangehen. Das Publikum reagierte mit großer Aufmerksamkeit und gespannter Stille. Die von Gamze Kubaşık sehr persönlich und eindrücklich geschilderten Erlebnisse lösten sichtbare Betroffenheit aus. Am Schluss der Lesung bot sich die Gelegenheit für Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler intensiv nutzten. Gamze Kubaşık nahm sich viel Zeit, die teilweise persönlichen Fagen sensibel und umfassend zu beantworten.  
Die Veranstaltung zeigte eindrücklich: Erinnerungskultur und die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus sind unverzichtbar – gerade für junge Menschen, die sich damit eine eigene, fundierte Haltung bilden sollen.
Für die Teilnahme und das offene Gespräch mit den Autorinnen sprach Schulseelsorger Christian Haase am Ende der Veranstaltung seinen Dank aus. Es war eine beeindruckende Lesung, die sicherlich nachhallt und für das wichtige Thema sensibilisiert – „Gegen das Vergessen. Für eine Zukunft ohne Ausgrenzung.“, wie der Untertitel des Buches es formuliert.