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Unterrichtsentwicklung an der Hildegardis-Schule: fächerverbindender/-übergreifender Unterricht 

Im Aufgabenbereich „Unterrichtsentwicklung“ wird die Hildegardis-Schule mittelfristig dem fächerverbindenden/-übergreifenden Unterricht größere Aufmerksamkeit widmen und konkrete Formen der Umsetzung entwickeln und erproben. 

 

1. Grundlegende Vorgaben für Pilotprojekte in der Sek. I

  • In zunächst zwei Jahrgängen der Sek. I wird ein Pilotprojekt für Formen des fächerverbindenden/-übergreifenden Unterrichts erarbeitet. Dazu sollen zunächst die sogenannten „Nebenfächer“ in den Blick genommen werden.
    • Die Fächer katholische und evangelische Religionslehre werden als „Ankerfächer“ gesetzt. 
    • Diese Fächer bieten thematisch für andere Fächer vielfältige Anknüpfungspunkte.
    • Von Vorteil ist, dass die Fächer ev. und kath. Religionslehre nach Stundenplan zeitgleich unterrichtet werden, sodass die Schüler/innen eines Jahrgangs – zumindest phasenweise - gemeinsame Lernzeit haben.
    • Ferner unterrichten mehrere Kolleginnen/Kollegen diese Fächer in einem Jahrgang, was den Prozess der Teambildung erleichtert, der für die erfolgreiche Realisation des jeweiligen Projektes erforderlich ist.
    • Ein bedeutender Zusatzeffekt sollte sein, mit dieser Fächervorgabe das religiöse Profil der Hildegardis-Schule in der unterrichtlichen Arbeit zu stärken.
  • Die konkreten Unterrichtsvorhaben sollen in Planung und Durchführung
    • dem Phasierungsmodell folgen: Phasen des gemeinsamen Lernens werden mit Formen des individualisierenden und kooperativen Lernens verbunden. Die Schülerinnen und Schüler besonders des Jahrgangs 9 könnten so auch auf Anforderungen vorbereitet werden, die mit dem Schulentwicklungsvorhaben in der Sek. II (SEVO) verbunden sind.
    • Formen projektartigen Lernens ermöglichen.
  • Die nachhaltige und intensive Kooperation zwischen den beteiligten Fachschaften wird gefördert. Für den Erfolg des jeweiligen Pilotprojektes ist diese Kooperation unabdingbar.

 

2. Aufgaben der beteiligten Fachschaften

Mit der Planung und Durchführung des jeweiligen Pilotprojektes werden fächerübergreifende Arbeitsgruppen betraut. Hilfreich wäre es, wenn Lehrerinnen und Lehrer beteiligt wären, die beide Fächer unterrichten. 

Zu den grundlegenden Aufgaben der beteiligten Fachschaften sowie der jeweiligen Arbeitsgruppen zählen vor allem:

  • Festlegung des Themas – Festlegung der Kompetenzen (vgl. Fachlehrpläne)
  • Abstimmung der zu behandelnden Themaaspekte in den jeweiligen Fächern
  • zeitlicher Umfang des Unterrichtsvorhabens
  • Planung eines projektorientierten Arbeitens auf der Grundlage des Phasierungsmodells
  • Auswahl und Abstimmung der Arbeitsmaterialien
  • Verständigung über (ggfs. fachspezifische) Methoden
  • Kriterien der Leistungsbewertung (vgl. die Angaben in den Fachlehrplänen)
  • Formen der Evaluation (für die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, für die Arbeit der Schüler/innen)

 

3. Unterrichtsorganisation

  • Für ein Pilotprojekt sind maximal 8 Unterrichtsstunden vorzusehen, die sich zusammensetzen aus 4 Stunden ev./kath. Religionslehre + 4 Stunden eines weiteren Faches.
  • Wünschenswert im Sinne einer gemeinsamen Lernzeit für die Schülerinnen/ Schüler eines Jahrgangs wäre es, dass auch die Stunden des beteiligten Nebenfaches in der betreffenden Jahrgangsstufe parallel unterrichtet werden.
  • Die Erarbeitung geschieht im Klassenverband, bzw. im klassenübergreifenden Unterricht im Fach evangelische Religionslehre. Bestimmte Stunden könnten aber auch mit der gesamten Schülerschaft der Jahrgangsstufe geplant werden. Denkbar wäre dies zum Beispiel für die 1. Doppelstunde „Auftakt“ (s.u.).

 

4. Pilotprojekt 1: Evangelische/Katholische Religionslehre  -  Geschichte

  • Jahrgang 9 – 2. Halbjahr
  • Thema: „Widerstand im Nationalsozialismus“
  • Themaaspekte
    • im Lehrplan kath. Religionslehre: „Zwischen Anpassung und Widerstand – Kirche im Nationalsozialismus“; 9: IF 1 u. 5; Unterrichtsvorhaben E
    • im Fach ev. Religionslehre: „Kirche zwischen Anpassung und Widerstand“; Jg. 9: IF 6
    • im Fach Geschichte: “Das nationalsozialistische Herrschaftssystem; Individuen und Gruppen zwischen Anpassung und Widerstand“; 9: IF: 10

Hinweis: Die Verantwortung für das Projekt liegt in den Händen der beteiligten Fachlehrerinnen und Fachlehrer. Abgesehen von den grundlegenden Vorgaben (s.o. 1.) sollten den Kolleginnen und Kollegen deshalb Spielräume in Planung und Durchführung bleiben.

 

4.1 Grundzüge einer Sequenzplanung

  • Vorbereitung: Im Rahmen des Geschichtsunterrichts werden wesentliche Aspekte der NS-Herrschaft in Deutschland zwischen 1933 und 1945 vermittelt. Es ist sinnvoll, das Thema Widerstand erst am Ende der Unterrichtsreihe zum Nationalsozialismus zu erarbeiten - wenn den SuS der ganze Schrecken dieser Zeit offenbar geworden ist.
  • Scivi-Stunde - Einführung: Etwa 14 Tage vor Beginn des Projektes – wird den SuS das fächerübergreifende Projekt zum Thema „Widerstand im Nationalsozialismus“ vorgestellt. In einer Art „Projektanleitung“ werden sie informiert, insbesondere über
    • die inhaltlichen Aspekte des Themas – die zu vermittelnden Kompetenzen;
    • die Unterrichtsform: Projekt; kooperative Arbeitsphase; Produktorientierung;
    • Terminierung und Zeitumfang;
    • Materialien (ggfs. Aushändigung eines Readers);
    • Form der Ergebnispräsentation: z. B. Ausstellung;
    • Anforderungen – Kriterien der Leistungsbewertung.

                       Unter Motivationsgesichtspunkten sollte den SuS bewusst werden,

  • dass mit diesem fächerverbindenden Projekt der ansonsten erlebte Fachunterricht ergänzt wird, also etwas Neues erprobt wird.
  • dass sie initiativ werden und so die Art und Weise der Umsetzung beeinflussen können (z. B. Auswahl an Themen; Recherche; Gestaltung der Präsentation etc.).

Zugleich: Vorbereitung auf Anforderungen des SEVO in Sek. II. (Format der Leistungsüberprüfung: kooperative Präsentation).

  • Doppelstunde - „Auftakt“:
    • Klärung organisatorischer Fragen (z. B. Bildung der Arbeitsgruppen, Wahl der Themen);
    • Einführung in die Thematik: Verhaltensweisen in der (NS-) Diktatur; Reflexion des Begriffs „Widerstand“; Überblick über Personen und Gruppierungen im Widerstand. [Phase gemeinsamen Lernens]
  • + 3. Doppelstunde – Erarbeitungszeit
    • Die Schülerteams erarbeiten in den Religions- und Geschichtsstunden die gewählten Themen. Beispiele: Georg Elser; „Weiße Rose“; „Edelweißpiraten“; Bischof Graf von Galen; „Bekennende Kirche“; D. Bonhoeffer; Militärischer Widerstand – 20. Juli 1944; „Kreisauer Kreis“; Widerstand in der Arbeiter-bewegung. [Phase kooperativen Lernens]
  • Doppelstunde - „Forum“
    • Ergebnispräsentation – Vorstellung ausgewählter Gruppenergebnisse.

Anmerkung: Wenn die SuS eine Ausstellung vorbereiten, dann kann es sinnvoll       sein, ihnen für die endgültige Fertigstellung der Arbeits-ergebnisse noch zusätzliche Zeit zu geben. Für eine – inhaltlich wie gestalterisch – qualitätvolle Präsentation kann das nur hilfreich  sein. Diese zusätzliche Zeit kann aber nicht Unterrichtszeit sein. Den SuS sollte deshalb angeboten werden, dass ihr Arbeitsergebnis als besondere Lernleistung auch angemessen der Notengebung berücksichtigt wird. (Sonstige Mitarbeit)

  • Reflexion: „Widerstand im Nationalsozialismus“ – Dabei können insbesondere diese Kompetenzerwartungen aus den entsprechenden Kernlehrplänen akzentuiert werden:                              
    • Religion: Die SuS „stellen mögliche Konsequenzen des Glaubens für individuelles und gemeinschaftliches Handeln in Kirche und Gesellschaft dar und treffen vor diesem Hintergrund Entscheidungen für das eigene Leben“ (Handlungskompetenz 3);
    • Religion: Die SuS „erörtern vor dem Hintergrund des National-sozialismus Recht und Pflicht der Christen, totalitären Strukturen in Staat und Gesellschaft Widerstand entgegenzusetzen“ (Urteilskompetenz);
    • Geschichte: Die SuS „berücksichtigen in ihrem Urteil die historische Bedingtheit der eigenen Lebenswelt und entwickeln aus ihrem Wissen und ihren Einsichten über die Vergangenheit Konsequenzen für die Gegenwart“ (Urteilskompetenz, Jg. 7 – 9). [Phase gemeinsamen Lernens]
  • Scivi-Stunde – Evaluation: Austausch über die Erfahrungen mit dem Pilotprojekt.
  • Termin für die Präsentation: Eröffnung der Ausstellung

                     Zu prüfen: Raum vor der Kapelle im neuen Schulgebäude?

 

5. Pilotprojekt 2: Kath. Religionslehre -  Biologie

  • Jahrgang 7
  • Thema: “Verantwortung für sich und andere – für die Schöpfung”
  • Themaaspekte
    • im Lehrplan Kath. Religion: „Stark sein können – schwach sein dürfen: Verant-wortung für sich und andere“.
    • Themaaspekte im Lehrplan Biologie: „Bedeutung der Bewahrung der Natur –Bewahrung der Schöpfung durch Engagement“.

Dieses Projekt wird von den beteiligten Fachschaften diskutiert und beraten. (Stand: Mai 2017) Die Organisation als Projekt wird sich an den Vorgaben, die für das Pilotprojekt 1 gelten, orientieren.

 

6. Ausblick – mittelfristige Planung

  • Mittelfristig soll in jeder Jahrgangsstufe der Sek. I ein Pilotprojekt, wie oben dargelegt, angeboten werden.
  • Die Pilotprojekte können und sollen im Idealfall weitere Fachschaften dazu anregen, über Möglichkeiten des fächerübergreifenden/-verbindenden Unterrichts nachzudenken und diese ggf. auch in Unterrichtsvorhaben zu konkretisieren.
  • Schließlich sollen die in der Sek. I gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen auch dazu genutzt werden, entsprechende Projekte im Unterricht der Sekundarstufe II zu er-proben.

 

7. Mitglieder der Arbeitsgruppen

  • Pilotprojekt: Frau Feldmann, Frau Fessen-Bisterfeld, Frau Philipp, Frau Utri, Frau Widera, Herr Haase, Herr Keuchler, Herr König.
  • Das 2. Pilotprojekt betreuen in der Phase der Diskussion und Beratung: Frau Gesting, Frau Utri, Herr König.

  

M. König


    Letzte Änderung: 21.08.2017