Fortbildungskonzept 

1.  Grundsätze und Rahmenbedingungen

Eine „gute” Schule wird stets bemüht sein, die Qualität von Bildung und Erziehung „auf der Höhe der jeweiligen fachlichen und fachdidaktischen Standards” zu halten[1]. Daraus folgt: Jede Person, die an der Hildegardis-Schule unterrichtet, ist dazu berechtigt und dazu verpflichtet, sich in ihrem fachlichen und überfachlichen Wissen selbst fortzubilden sowie an schulinternen und -externen dienstlichen Fortbildungsveranstaltungen teilzunehmen.[2]

„Das Kollegium der Hildegardis-Schule begreift die professionelle Gestaltung und Weiterentwicklung von Unterricht als zentrale Aufgabe.“[3]

Mit dieser Verpflichtung korrespondiert die Chance, aktiv auf die Fortbildungsarbeit der Schule durch Wünsche und Anregungen Einfluss zu nehmen. Generelles Ziel von Fortbildung ist es, in einer Atmosphäre der Offenheit die Professionalität des Einzelnen zu stärken und den gemeinsamen Schulentwicklungsprozess zu fördern. Die schulinterne Fortbildung hat dabei Vorrang[4].

Fortbildung wird als prozesshaftes und systemisches Geschehen begriffen, das sich vorrangig am Schulprogramm orientiert, insbesondere an den dort festgeschriebenen grundlegenden Entwicklungszielen sowie den jeweils aktuellen Zielvorgaben. Als Teil der Schulprogrammarbeit sieht sich die Fortbildung an der Hildegardis-Schule besonders den Kriterien im Leitbild der katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn verbunden.

Mit den anderen Schulen des Erzbistums erfolgt ein Austausch über durchgeführte Fortbildungsmaßnahmen und eine Vernetzung, unter anderem auf der Ebene der Fortbildungsbeauftragten und der Schulentwicklungsberater, um Synergie-Effekte für alle nutzbar zu machen. Daraus ergibt sich eine kontinuierliche gegenseitige Unterstützung und Begleitung.

Zur Qualitätssicherung und -entwicklung sind Fortbildungsplanung und schulinterne Evaluation eng miteinander verschränkt – nicht nur personell durch die Fortbildungsbeauftragte, die auch für die Koordination von Evaluationsmaßnahmen verantwortlich zeichnet.

 

2.  Die vier Ebenen der Fortbildung

  • Die individuelle Ebene: Jede Lehrkraft trägt stetig Sorge für ihre fachwissenschaftliche und (fach-) didaktische Fortbildung[5]. Um spezielle Qualifikationen zu erwerben, kann sie die Teilnahme an schulexternen Fortbildungsangeboten beantragen.

„Die Entwicklung der Qualität von Schulen ist in hohem Maße an die Entwicklung der beruflichen Kompetenzen von Lehrkräften gebunden.“[6]

  • Die Fachschaftsebene: Die / der Fachvorsitzende informiert über die fachspezifischen Fortbildungsangebote. Sie/er koordiniert in Abstimmung mit den Fachschaftsmitgliedern, wer welche Fortbildung wahrnimmt. Um neue Erkenntnisse möglichst nachhaltig wirksam werden zu lassen, wird auf Fachkonferenzen regelmäßig über besuchte Fortbildungen berichtet.
  • Die Kollegiumsebene: Das Gesamtkollegium wird immer dann in eine Fortbildung eingebunden sein, wenn grundsätzliche Themen und Probleme der Bildungs- und Erziehungsarbeit anstehen. Sinnvollerweise wird das Kollegium kontinuierlich in die Planung einbezogen, um mit geeigneten Maßnahmen möglichst genau auf die Bedürfnisse zu reagieren[7]. Darüber hinaus sollte die Fortbildungsplanung auch flexibel auf akute Problemlagen reagieren.
  • Die spirituell-religiöse Ebene: Die Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat hat die Lehrerinnen und Lehrer der katholischen Schulen in der Trägerschaft des Bistums zu der Fortbildung Glauben – mit guten Gründen! eingeladen. Beginnend mit dem Schuljahr 2013/14 werden jeweils vier Kollegen/Kolleginnen an dieser zweitägigen Veranstaltung für religiös-theologische Bildung teilnehmen.

Die kollegiumsinternen Fortbildungsmaßnahmen beinhalten zudem auch theologische Themenund Perspektiven sowie spirituelle Elemente[8] - explizit bei den „pädagogischen Tagen“ der Jahre 2016, 2018 und 2019.

 

3.  Zuständigkeiten

 

a.   Die Schulleitung

  • initiiert im Rahmen der Schulentwicklung Fortbildungsmaßnahmen und trägt Sorge dafür, dass sich die Lehrkräfte regelmäßig fortbilden,
  • verwaltet das Fortbildungsbudget und entscheidet über die Verwendung der Finanzmittel,
  • hat in allen Fragen der Fortbildung die Letztentscheidung[9].

 

b.      Die / der Fortbildungsbeauftragte

  • ist Ansprechpartner für alle Fortbildungsfragen und informiert über aktuelle Fortbildungsangebote (per Dienstmail, Aushang, Präsentation von Katalogen etc.),
  • ermittelt den Fortbildungsbedarf und regt selbst Fortbildungen an, vor allem wenn diese mit Blick auf zentrale Vorhaben der Schulentwicklung sinnvoll oder geboten erscheinen,
  • plant, organisiert, evaluiert und dokumentiert die Fortbildungen auf Kollegiumsebene,
  • entwickelt das Fortbildungskonzept weiter und nimmt ihre/seine Funktion in enger Abstimmung mit der Schulleitung und dem Kollegium wahr.

 

c.      Die Mitglieder und Gremien der Schulgemeinschaft

können jederzeit initiativ werden und sich mit Fortbildungswünschen an die Schulleitung und die / den Fortbildungsbeauftragten wenden.

  • Die Fachkonferenzen
  • beraten sich im ersten Halbjahr über einen möglichen fachinternen und ggf. fächerübergreifenden Fortbildungsbedarf. Das Ergebnis wird im Protokoll der Fachkonferenz dokumentiert und bei Bedarf der / dem Fortbildungsbeauftragten mitgeteilt
  • organisieren fachschaftsinterne Fortbildungen in Absprache mit der Schulleitung. (Das Antragsformular wird zu Dokumentationszwecken auch an den/die Fortbildungsbeauftragte/n weitergeleitet.)
  • tauschen sich regelmäßig über Positionen und Ergebnisse der aktuellen professionsbezogenen Forschung sowie über Ergebnisse der internen Evaluation aus.
  • Die Konferenz der Fachvorsitzenden
  • berät ggf. über einen möglichen fachübergreifenden Fortbildungsbedarf und leitet ggf. einen Vorschlag an die Lehrerkonferenz weiter.
  • Die Lehrerkonferenz
  • entscheidet über Grundsätze der Lehrerfortbildung auf Vorschlag der Schulleitung[10],
  • berät regelmäßig über den Fortbildungsbedarf, mindestens einmal im zweiten Halbjahr– ggf. auf der Basis der Rückmeldungen aus den Fachschaften bzw. der Konferenz der Fachvorsitzenden,
  • kann Themen für schulinterne Lehrerfortbildungstage für das Gesamtkollegium vorschlagen.

 

 

4.  Organisationsrahmen von Fortbildungen auf Kollegiums- und Fachschafts-ebene

 

  • Für die schulinterne Fortbildung steht im Schuljahr in der Regel ein Unterrichtstag zur Verfügung. Diese Zeitvorgabe kann flexibel genutzt werden, z. B. auch für mehrere halbtägige Veranstaltungen. 
  • Im Zusammenhang mit der Umsetzung des Schulentwicklungsvorhabens können die Fachschaften in jedem Halbjahr bei der Schulleitung einen unterrichts-freienNachmittag für die gemeinsame Konzeption und Reflexion von Unterricht beantragen.

 

5.     Schwerpunkte der Fortbildung[11]  auf Kollegiumsebene

  1. Die Begleitung des Schulentwicklungsvorhabens Sek. II (2013-2019): Individualisierung von Lernprozessen und Formaten der Leistungsüberprüfung (SEVO) Schwerpunkte: Formen kooperativen Lernens – alternative Formate der Leistungsbewertung – und vor allem Individualisierung von Lernprozessen, als zentrale Zielvereinbarung der Qualitätsanalyse von 2012

    Während der Phase des Schulentwicklungsvorhabens im Jahr 2019[12] sind die schulinternen Fortbildungen darauf ausgerichtet, die Umsetzung des SEVO im Unterricht zu unterstützen und die Kollegen zum Thema „Individualisierung“ weiter zu qualifizieren.

    Daraus haben sich ganztägige ¨pädagogische Tage¨ zu folgenden Themen ergeben:

     

    November 2013

    Februar 2014

    „Beiträge zur Förderung selbständigen und individuellen Lernens¨ mit Dr. Norbert Rauch und Team vom IFL Mühlheim

    Oktober 2014

    „Individualisierung von Lernprozessen unter theologischer Perspektive“ mit Kollegsdirektor Pater Klaus Mertes SJ

    Dezember 2014

    ¨Prävention sexualisierter Gewalt¨ gemäß der Präventionsordnung im Erzbistum Paderborn

    Oktober 2015

    ¨Individualisierung von Unterricht – Wege und Irrwege¨ mit Prof. Dollase

    Oktober 2016

    „Auf den Lehrer kommt es an?! - Selbstverständnis und Rolle des Lehrers“

    Arbeitstagung zum Schulprogramm in der Abtei Königsmünstermit spirituellen Elementen

     

    Aufgrund des Umbaus und Umzuges in das neue Schulgebäude und wegen der Vor- und Nachbereitung auf die zweite Qualitätsanalyse erfolgt im Jahr 2017 keine kollegiumsinterne Fortbildung.

  2. Die Umsetzung des Projektes Glauben – mit guten Gründen (Schulträger)

    März 2019 (statt Oktober 2018 aufgrund einer Erkrankung der Referentin)

    „Umgang mit Tod und Trauer“ mit Frau Schnock-Störmer, Leiterin des Beratungszentrums für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien „Leuchtturm e.V.“ in Schwerte (Ziel: Entwicklung eines schulinternen Notfall- und Trauerkonzeptes)

    November 2019

    Präventionsschulung des (nicht-)lehrenden Personals durch die Erzdiözese Paderborn, Kooperationspartner „Innocence in Danger e.V.“

  3. Die Unterstützung von Maßnahmen der Schulentwicklung – auch auf der Basis der Zielvereinbarungen zur Qualitätsanalyse 2017

    September 2019 (halbtägige Veranstaltung)

    „Sprachsensibler Unterricht“ mit der IFL-Referentin und ehemaligen Kollegin Frau Karin Kottenhoff (konkreter Anlass: Auflösen der internationalen Förderklasse und Übernahme der SuS in die Regelklassen)

    Februar 2020

    Start der Fortbildungsreihe „aufeinander achten“ Teil I „Lehrergesundheit und Selbstfürsorge“, Kooperationspartner: die Schulpsychologische Beratungsstelle Hagen, Stimmtrainer Herr Walter Dickerhoff, sport & med Bechelte

 

 

6.    Evaluation von Fortbildungsmaßnahmen

Die Reflexion von besuchten und durchgeführten Fortbildungsmaßnahmen erfolgt als Ergebnis- und Prozessevaluation, wobei die Qualität der Maßnahme sowie die Nachhaltigkeit im Fokus stehen:

  • Auf der Ebene der Fachschaften werden Themen und Erkenntnisse von besuchten Fortbildungsveranstaltungen mit Blick auf den Unterricht kritisch reflektiert sowie ggf. auch angewendet und evaluiert.
  • Die Evaluation der ¨Pädagogischen Tage¨ wird in Abstimmung mit den jeweiligen Referenten durchgeführt, d.h. direkt im Anschluss an die Veranstaltung und ggf. mit einem zeitlichen Abstand, um den Transfer in den Unterricht und die Nachhaltigkeit mit Blick auf die Entwicklungsschwerpunkte einschätzen zu können.

Aus der Evaluation der durchgeführten Maßnahmen ergeben sich bereits Hinweise auf eine sinnvolle Fortführung der Fortbildungsplanung, so dass ein Kreislauf aus Erhebung von Bedarf, Organisation, Durchführung und Evaluation entsteht.

Bei der zweiten, neu ausgerichteten Qualitätsanalyse, die im Herbst 2017 an der Hildegardis-Schule durchgeführt worden ist, hat sich für den Bereich Fortbildung die Zielvereinbarung „systematisierte gemeinsame Nutzung individueller Fortbildungsergebnisse und deren Dokumentation“[13] ergeben. Eine erste Konsequenz daraus ist bereits im Februar 2018 gezogen worden, indem auch für fachschaftsinterne Fortbildungsmaßnahmen ein einheitliches Anmeldeverfahren eingeführt worden ist.  Die Themenliste der Fachschaftsfortbildungen wird dann - ebenso wie die individuellen Fortbildungsveranstaltungen – am Ende des Schuljahres allen Kollegen zugänglich gemacht, um Synergie-Effekte auch über die einzelne Fachschaft hinaus nutzen zu können. 

 

 

7.   Dokumentation der Fortbildungsmaßnahmen

Fortbildung wird dokumentiert

  • über die ausgestellten Teilnahmebescheinigungen, die in die Personalakte des Kollegen/der Kollegin aufgenommen werden und der/m Fortbildungsbeauftragen zur Einsicht zur Verfügung stehen. Am Ende des Schuljahres wird eine Liste veröffentlicht, aus der zu entnehmen ist, welcher Kollege zu welchem Thema eine Fortbildung besucht hat und interessierten Kollegen entsprechende Informationen und Material zur Verfügung stellen kann[14],
  • durch die Fachvorsitzenden, die den Informationsaustausch über besuchte Fortbildungen im Protokoll der Fachkonferenzen ausweisen und entsprechende Materialien für alle Fachschaftsmitglieder zugänglich archivieren (z.B. in der schulinternen Cloud),
  • durch den Fortbildungsbeauftragten, wenn es sich um eine Veranstaltung auf Kollegiumsebene handelt (z. B. im Dokumentationsordner „Fortbildung“, der sich im Lehrerzimmer befindet- zusammen mit den aktuellen Aushängen, Katalogen etc.).
  • Der jeweilige Fortbildungsschwerpunkt wird im Rahmen des Schulprogramms veröffentlicht.

 

8.  Zielperspektiven für zukünftige Fortbildungsaktivitäten

  • Die Reihe „aufeinander achten“ soll in Kooperation mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle in Hagen mit den Schwerpunkten „die Lernenden“ (u.a. Diversität, Umgang mit psychisch erkrankten SuS) und „Kommunikation“ (u.a. neue Autorität, Gesprächsführung) fortgesetzt werden.
  • Ausgehend von der Fortbildungsveranstaltung zum sprachsensiblen Unterricht sollen weiterführende Fortbildungsmaßnahmen zur Vermittlung von Basis-Kompetenzen v.a. im Fachunterricht organisiert werden.
  • Aus der Veröffentlichung der besuchten individuellen Fortbildungsveranstaltungen könnte sich ein Projekt mit dem Titel „Lehrer für Lehrer“ ergeben. Kollegen und auch Referendare, die über bestimmte fachwissenschaftliche oder (fach-, allgemein-) didaktische Kompetenzen verfügen, könnten als Ansprechpartner und als „Tutoren“ agieren, die auf Anfrage beratend tätig werden.
  • Das im Herbst 2016 modifizierte[15] Fortbildungskonzept soll mittelfristig, nach drei bis vier Jahren Erprobung, evaluiert werden.
  • Mit Beteiligung der entsprechenden Gremien und koordiniert durch die entsprechenden Funktionsstellen (Lehrplanarbeit, Unterrichtsentwicklung, Evaluation und Fortbildung) wird ein Konzept zur Umsetzung der Zielvereinbarung zur QA 2017 „systematisierte gemeinsame Nutzung individueller Fortbildungsergebnisse und deren Dokumentation“ bis zum September 2020 erstellt.
  • Insgesamt sollte weiterhin– auch nach Abschluss des Schulentwicklungsvorhabens -prozesshaft gedacht werden und die Planung einenlängeren Zeitraum ins Auge fassen.

September 2019
K. Fessen-Bisterfeld
(Koordinatorin für Evaluation und Fortbildungsmaßnahmen)

[1] vgl. Leitbild der katholischen Schulen, 2010 - Präambel

[2] zu den schulrechtlichen Grundlagen vgl. Schulgesetz, insbesondere die § 57 (3), § 59 (6); die Allgemeine

Dienstordnung § 11; Runderlass vom 06.04. 2014 zur Lehrerfortbildung und Weiterbildung

[3] Schulprogramm der Hildegardis-Schule 2017/18, S. 12

[4] „Dabei steht die Fortbildung im Team bzw. die schulinterne Fortbildung im Vordergrund.“ Referenzrahmen

Schulqualität NRW, Kriterium 4.5.1

[5] Schulgesetz § 57 (3)

[6] Terhart, Ewald: Schulentwicklung und Lehrerkompetenzen, in: Bohl, Thorsten u.a. (Hrsg.): Handbuch

Schulentwicklung, Stuttgart 2010, UTB, S. 237

[7] “Das Kollegium ist in die inhaltliche Planung und in die Gestaltung des äußeren Rahmens der Fort-

bildungsmaßnahmen einbezogen“, Qualitätskriterien für Katholische Schulen. Ein Orientierungsrahmen, Mai 2009. S. 42

[8] Gemäß QB 7.3.2 a) „[…] in der Fortbildung der Lehrkräfte wird die theologische und spirituelle Bildung des

gesamten Kollegiums gesichert.“

[9] Schulgesetz §59 (6)

[10] Schulgesetz §68 (3)

[11] Zielvereinbarung zur QA 2012: „Dokumentation des proirisierenden Fortbildungskonzepts“

[12] „festgelegte[r] Zeitplan“ Qualitätstableau NRW 5.2.6.

[13] Siehe Zielvereinbarungen zur QA vom 14.03.2018

[14] “Die Ergebnisse von Fortbildungen werden gemeinsam genutzt”. Qualitätstableau NRW 5.3.6.

[15] Siehe Protokoll der Lehrerkonferenz vom 3.11.16, inkl. PPP